Ein Projekt der international bekannten Performance Künstlerin Nezaket Ekici, die in Deutschland Bildhauerei und Kunstpädagogik studierte und 2004 ein Kunststudium als Meisterschülerin von Marina Abramovic im Fach Performance abschloss.
Nezaket Ekici kommt aus Anlass der Ausstellung „Süße Heimat. Deutsch-türkisches Leben in der Kunst“, die vom 16. November 2025 bis 1. März 2026 im Kunstmuseum Ahlen zu sehen ist, nach Ahlen und wird in die Stadtgesellschaft eintauchen. Der Titel des Projekts, der eine deutsche Redewendung leicht verändert, ist Ausdruck der Neugierde, den aktuellen Alltag der Menschen kennenzulernen. Dazu begibt sich die Künstlerin in verschiedene deutsch-türkische Geschäfte in Ahlen und arbeitet dort jeweils einen ganzen Arbeitstag mit. Ihre Erfahrungen transformiert sie in Performance-Ideen, die im Austausch mit den Mitarbeiter*innen der Geschäfte entwickelt werden. Die Performances werden im zweiten Teil des Projektes an den öffentlichen Orten, an denen sie entstanden sind, zur Aufführung kommen.
Foto: Nezaket Ekici: Haar-Style, Performance Photo Haarstall Stuttgart 2022, photo by Andreas Dammertz





















Im Rahmen der Stadtbesetzung wird die Künstlerin MIAMI PUNK MACHINE (Jasmin Lebaci) einen wenig beachteten Orte im innerstädtischen Raum von Ahlen mit einem großformatigen Mural untersuchen. Ziel ist es aus einem Angstraum einen hellen, sichtbaren und sicheren urbanen Raum zu schaffen – insbesondere für Frauen und weiblich gelesene Personen in den Nachtstunden.
Anlass und inhaltlicher Bezugspunkt des Projekts ist der „Orange Day – Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am 25. November 2026. Gewalt und Unsicherheit im öffentlichen Raum gehören für viele Frauen zum Alltag: Dunkle Gassen werden gemieden, Umwege werden in Kauf genommen und Wege werden nachts bewusst nicht genutzt, um das Risiko eines Übergriffs zu minimieren. Diese alltäglichen Strategien der Selbstbeschränkung sollen sichtbar gemacht und zugleich aktiv hinterfragt werden.
Ergänzend werden Informationstafeln in das künstlerische Gesamtkonzept integriert. Diese enthalten niedrigschwellige Hinweise auf Notrufnummern, lokale Anlaufstellen und Ansprechpartner*innen, die im Ernstfall schnelle Hilfe ermöglichen.
So entsteht nicht nur ein ästhetischer Eingriff in den Stadtraum, sondern ein konkreter Schutz- und Kommunikationsraum, der signalisiert: Hilfe ist erreichbar, Aufmerksamkeit ist da, Wegsehen wird nicht akzeptiert.
Unterstützt wird das Vorhaben durch das Gleichstellungsbüro der Stadt Ahlen.
Illustration: Jasmin Lebaci aka MIAMI PUNK MACHINE
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