Ein Gang durch Detmold der Stadtraum, Natur und Gemeinschaft verbindet
Die slowenische Künstlerin, Sammlerin und Pädagogin Gaja Pegan Nahtigal kommt aus Ljubljana nach Detmold. Als transdisziplinäre Künstlerin widmet sie sich den verborgenen ökologischen Strukturen des urbanen Raums und leitet am 23., 24. und 25. Mai 2026 ein Projekt, das sich auf das Erkennen und Ernten von essbaren und medizinischen Pflanzen in der Stadtlandschaft konzentriert.
Schon in den Monaten vor ihrem Aufenthalt in Detmold hat Gaja Pegan Nahtigal die Detmolder*innen um Unterstützung gebeten, um eine Karte von Detmold zu zeichnen, die besonders die natürlichen Elemente der Stadt in den Vordergrund stellt: den Lieblingsbaum, einen schönen Stein, eine widerstandsfähige Blume, die an einem unerwarteten Ort wächst, oder ein geliebtes Stück Grün wie einen Park, eine Straßenecke oder ein verwildertes Brachland. Eine kurze Beschreibung der ausgewählten Orte war dabei erwünscht. Die eingesandten Karten dienen als Orientierung, um den Workshop vorzubereiten und einen gemeinsamen Gang durch die Stadt auf der Suche nach Pflanzen, die bestimmt, geerntet und schließlich zu einem kleinen wilden Festmahl verarbeitet und geteilt werden, zu gestalten. Gemeinsam mit den Teilnehmenden erkundet sie essbare und medizinische Pflanzen im urbanen Raum und macht sichtbar, welche widerstandsfähigen natürlichen Systeme sich zwischen menschlicher Infrastruktur entfalten. Die gesammelten Pflanzen werden anschließend gemeinsam verarbeitet und zu einer Mahlzeit, die Stadtraum, Natur und Gemeinschaft auf konkrete Weise verbindet.
„miteinander vertraut werden # urbane natur“ in Detmold
katharinajej durchstreifte Detmold und nahm zärtlichen Kontakt zur urbanen Natur in der Stadt auf.
Sie umarmte Hecken, die Grundstücke abgrenzen, legte sich zu dem Gras der Verkehrsinsel oder berührte Löwenzahnblätter, die aus der Bodenfuge auf dem Gehweg wachsen, mit ihren Händen. katharinajej ging in Beziehung mit der Natur, die innerhalb der Stadt existiert und hinterfragte dabei in welcher Beziehung wir selbst mit unserer Natur stehen. Begleitet wurde sie von einer Fotografin, die die Momente der Vertrautheit dokumentiert.
Seit dem Ausbruch der Pandemie ist die Luftverschmutzung in vielen Teilen der Welt zurückgegangen. Wir erleben eine beispiellose Zeit, was die Verringerung der Industrieemissionen und des CO2-Fußabdrucks angeht.
Moss ist eine kinetische Klangskulptur, die von den Luftqualitätsdaten des World Air Quality Index gesteuert wird. Zusätzlich zu diesen Daten wurde bei der Installation in Detmold ein Messgerät in der Paulinenstraße, einer viel befahrenen Straße, aufgestellt, um aktuelle Messwerte aus Detmold mit einzubeziehen.
Die lebende Moos-Skulptur analysiert die Luft in den Städten der Erde und interpretiert die Daten mit Atemmustern und sich entwickelnden Klanglandschaften neu. Von Berlin bis Mumbai, Moskau und Peking: das Publikum kann in Echtzeit erleben, wie sich die weltweite Luftqualität in eine kinetische Klanginstallation verwandelt.
Je schlechter die Luftverschmutzung am jeweiligen angezeigten Ort ist, desto schneller bewegt sich der Moosteppich der Skulptur. Bewegungsmotor ist ein durch Daten getriebener Lautsprecher. Das Projekt trägt zur globalen Forschung bei und regt die Bürger*innen dazu an, sich an der Diskussion über Luftqualität und Erddemokratie zu beteiligen. Moss zielt darauf ab, bürgerschaftliches Engagement zu schaffen, indem es von der Weisheit der Natur und den Diensten der Technologie lernt.
Moose gehören zur evolutionär ältesten Landpflanzengruppe, den Bryophyten. Sie haben ihren Weg von der Verwendung in der traditionellen Medizin bis hin zu einer vielfältigen Nutzung heute gemacht: Sie erfreuen uns mit ihrer Anwesenheit. Sie überwachen die Qualität unserer Umwelt. Sie filtern unsere Luft und unser Wasser. Sie bieten Möglichkeiten zur Behandlung schwerer menschlicher Krankheiten, und wenn wir sie einfach wachsen lassen, stellen sie die Biodiversität wieder her und helfen uns, den Ausstoß von Treibhausgasen zu stoppen und damit gewaltige ökologische Probleme wie den Klimawandel zu bewältigen. Moose verdienen unsere Aufmerksamkeit.
Credits: MOSS is a project created and produced by Marco Barotti Software programming Marco Accardi I Anecoica Studio Moss Expert Christian Annich Construction detailing M.Arch Lorenzo Soldi Moss mentors LifePanel External eye Anna Anderegg Tecnical advisors Simone Serlenga Tech partners Clarity, Sensor Community, Iqair Funded by Land Tirol, Kör 2021, Neu Start Kultur Supported by Freedom Festival Arts Trust, C-Takt Developed with Tiroler Künstler:innenschaft , Kilowatt, Resilienze Festival, Innsbruck Botanical GardenThanks to Petra Poelzl, Georgia Moule, Anne Panten, Andrea Haenggi, K12, Stefan Ditzelt, Danilo Rasori, Severin Sonnewend, Sergej Meyer, Valeria Solari, Albano Barotti, Hugo Bergs, Pierre Zerbib, Carsten Reith, Jason Liebert, Julia Covi, Mirjam Patricia Miller
Stadtbesetzung 2020, Detmold, Jan Philip Scheibe, shouldered street light, Foto Malte Oing
Ein Mann, eine Straßenlaterne, eine Solarbatterie: Künstler Jan Philip Scheibe lässt Detmold in neuem Licht erscheinen und lädt zu einem ganz besonderen Spaziergang ein.
Ein Mann, gekleidet in einen anthrazitfarbenen Anzug, trägt eine Straßenlaterne auf der Schulter, in der anderen Hand trägt er einen schweren Koffer mit Solarbatterie. Die Batterie betreibt die Straßenlaterne. Wenn die Last zu schwer wird, bleibt der Mann stehen, richtet die Straßenlaterne auf und verweilt ein wenig.
Jeweils zur blauen Stunde begeht Künstler Jan Philip Scheibe einen 2 bis 3 Kilometer langen Rundweg am Stadtrand Detmolds. Er lässt den sub-urbanen Landschaftsraum in neuem Licht erstrahlen, lässt neue Blickwinkel zu. Er erzählt so, ohne Worte, seine Geschichten über Heimat und Veränderung.
Besucherinnen und Besucher können den Mann mit der Straßenlaterne begleiten und werden so zu einem eigenständigen Element der Performance.
Stadtbesetzung 2020, Detmold, Swaantje Güntzel, Spring Cleaning, Foto Sabine Kuhfuss
Swaantje Güntzel nimmt den Begriff „spring cleaning“ (Frühjahrsputz) wörtlich. In ihrer Intervention reinigt sie den Stadtraum und hinterfragt das Verhältnis von Mensch zur Natur.
Die Künstlerin Swaantje Güntzel putzt das Grün in der Stadt Detmold unter Verwendung von herkömmlichen Putzutensilien, wie Staubsauger, Teppichklopfer und Staubwedel. In ihren Interventionen überzeichnet sie den Wunsch des Menschen, Natur zu gestalten und zu kontrollieren ironisch und hinterfragt so unser Verhältnis zur Natur.
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Ein Gang durch Detmold der Stadtraum, Natur und Gemeinschaft verbindet
Die slowenische Künstlerin, Sammlerin und Pädagogin Gaja Pegan Nahtigal kommt aus Ljubljana nach Detmold. Als transdisziplinäre Künstlerin widmet sie sich den verborgenen ökologischen Strukturen des urbanen Raums und leitet am 23., 24. und 25. Mai 2026 ein Projekt, das sich auf das Erkennen und Ernten von essbaren und medizinischen Pflanzen in der Stadtlandschaft konzentriert.
Schon in den Monaten vor ihrem Aufenthalt in Detmold hat Gaja Pegan Nahtigal die Detmolder*innen um Unterstützung gebeten, um eine Karte von Detmold zu zeichnen, die besonders die natürlichen Elemente der Stadt in den Vordergrund stellt: den Lieblingsbaum, einen schönen Stein, eine widerstandsfähige Blume, die an einem unerwarteten Ort wächst, oder ein geliebtes Stück Grün wie einen Park, eine Straßenecke oder ein verwildertes Brachland. Eine kurze Beschreibung der ausgewählten Orte war dabei erwünscht. Die eingesandten Karten dienen als Orientierung, um den Workshop vorzubereiten und einen gemeinsamen Gang durch die Stadt auf der Suche nach Pflanzen, die bestimmt, geerntet und schließlich zu einem kleinen wilden Festmahl verarbeitet und geteilt werden, zu gestalten. Gemeinsam mit den Teilnehmenden erkundet sie essbare und medizinische Pflanzen im urbanen Raum und macht sichtbar, welche widerstandsfähigen natürlichen Systeme sich zwischen menschlicher Infrastruktur entfalten. Die gesammelten Pflanzen werden anschließend gemeinsam verarbeitet und zu einer Mahlzeit, die Stadtraum, Natur und Gemeinschaft auf konkrete Weise verbindet.
Foto: Anwyn Howarth
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