Schmallenberg Ausstellung Fotografie

„Vom Rücken“ in Schmallenberg

Die Installation „Vom Rücken“ der Künstlerin Theresa Kampmeier setzt sich mit der gegenwärtigen Transformation der Sauerländer Landschaft auseinander, die sich durch den Klimawandel ergibt und in Extremwetter-Ereignissen wie dem Sturm Kyrill, langen Dürrejahren und Borkenkäferbefall sichtbar wird.

Etwa 35 Fotografien der Künstlerin schmuggeln sich kreuz und quer in den Stadtraum ein. Sie dokumentieren den aktuellen Zustand des Waldes der Region. Die Fotografien stecken in Fahrplanrahmen für Bushaltestellen, die an Bäumen, Straßenschildern, Bushaltestellen und Straßenlampen der Kernstadt angebracht sind. Auf den Rückseiten der Rahmen können Besuchende und Passant*innen Informationen zu der Ausstellung und einen Link zur Stadtbesetzung finden.

Die Ausstellung schafft Raum, die radikale Veränderung der Landschaft kulturell und öffentlich zu adressieren und zum Umdenken anzuregen. Durch die entfremdete Kombination von Fahrplankästen mit Fotografien aus dem umgebenden, verwüsteten Wald im alltäglichen Stadtraum soll Aufmerksamkeit auf diese menschgemachte Problematik direkt vor unserer Haustür gelenkt werden. Die simple Metapher des im doppelten Sinne verrückten, bisherigen Fahrplans – und der vom Wald in die Stadt verrückten Bilder – hat das Potenzial für einen Perspektivwechsel auf die Art, wie man sich bisher im Sauerland zu den Naturflächen verhalten hat – zwar romantisch und mit Wertschätzung, aber vor allem pragmatisch ökonomisch.

Dorthin führt kein Weg mehr zurück. Vielmehr ist es jetzt Zeit, für die Natur und für die Zukunft ein Stück zur Seite zu rücken. Nicht zuletzt verweist die Verbindung des Fahrplans aus dem öffentlichen Personennahverkehr mit Bildern aus dem radikal veränderten Wald auf die Bedeutung dieser klimaschonenden Alternative zum Privatfahrzeug, auf welches in den schlecht angebundenen, ländlichen Stadträumen bisher leider kaum verzichtet werden kann.

Foto: © Theresa Kampmeier

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Schmallenberg Installation Performance

83 Nationen in Schmallenberg

83 Nationen leben in Schmallenberg. Künstlerin Nezaket Ekici will sie sichtbar machen – mit einer Performance-Installation, die ein starkes Bild schafft.

Die Künstlerin Nezaket Ekici hat sich mit der Stadt Schmallenberg und ihrer Historie beschäftigt und fand heraus, dass unter den 25.848 Einwohnern zahlreiche Zugewanderte leben: insgesamt  sind in Schmallenberg 83 Nationen vertreten.

Die Performance-Installation mit dem Arbeitstitel „83 Nationen – Schmallenberg“ wurde von der Idee inspiriert, die vielen Nationalitäten in Schmallenberg sichtbar zu machen. Die Anzahl der Nationalitäten in Schmallenberg liegt gemessen an der Größe der Stadt weit über dem Durchschnitt und kann sich mit Städten wie Hamburg  messen, in der ca. 70 Nationalitäten leben. Fast kann man sagen, dass in Schmallenberg die ganze Welt zuhause ist

Die weiße Fahne wurde in der Geschichte der Menschheit schon immer als Zeichen des Friedens verwendet. Im Jahre 1907 wurde die weiße Flagge dann offiziell als Friedenssymbol festgelegt und gehört heute zu den weltweit anerkannten Friedens-Symbolen des Völkerrechts. In der Performance-Installation „83 Nationen – Schmallenberg“ verkörpert die weiße Flagge den Frieden und steht für die Bereicherung, die die vielen verschiedenen kulturellen Einflüsse mit sich bringen.

Die Künstlerin trägt ein weißes Kleid und 83 weiße Flaggen (90 x 150 cm) an Holzstäben montiert. Die Stockfahnen befinden sich in einer Tasche, die sie auf dem Rücken trägt. Sie geht mit den weißen Flaggen durch die Stadt. Ein Chor in schwarzen Kleidern begleitet sie und summt die „UN-Welthymne“. Die Künstlerin stielt die Fahnen in Holzplattformen ein, die in der ganzen Stadt an markanten Punkten verteilt sind. Die Stadt wird auf diese Weise mit 83 Markierungen versehen, die den Menschen vor Augen führen, wie international Schmallenberg ist.

Fotos: Stadt Schmallenberg

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