Ab dem 27. Juni bis voraussichtlich zum Jahresende präsentiert die Kunstwerkstatt Turmstraße die Arbeit „Sisyphos“ von Johannes Voges auf der Treppe zwischen dem Sojus 7 und dem Kindergarten „Ideenreich“ auf der Kapellenstraße.
Vorbeilaufende Passantinnen und Passanten werden zu einem „spielenden Sisyphos“. Sisyphos war dazu verdammt, auf ewig einen Felsbrocken einen Berg hinaufzuwälzen, der fast oben angekommen, jedoch wieder ins Tal zurückrollte. Auch heute nennen wir mühevolle, sich wiederholende Tätigkeiten, die ertraglos sind und kein Ende zu nehmen scheinen, eine „Sisyphosarbeit“. Doch was, wenn Sisyphos aus der Not eine Tugend gemacht und ganz im Sinne von „Der Weg ist das Ziel“ beim Hinaufschieben des Felsens immer wieder neue, inspirierende Wege und Möglichkeiten gesucht hätte, den Weg zu gestalten und ihn als Spielfeld zu verstehen? Hätte die Aufgabe, den Felsen einen Berg hochzuschieben, nicht sogar eine lustvolle Komponente bekommen können?
Mit Kreativität und Geschick bewegen sich die Körper den „Berg“ hinauf. Manche transportieren einen Ball nach oben – nach Möglichkeit, ohne ihn zu verlieren. Oben angekommen, bleibt nichts anderes, als den Ball rollen zu lassen, die Treppe hinabzusteigen und von vorne zu beginnen. Ein nie endendes Spiel, das zu sportlicher Betätigung anregt, das Gemeinschaftsgefühl fördert und unerwartete Kontakte knüpft.
Der Kerngedanke dieser Aktion ist, Vorbeigehende zu motivieren, etwas auszuprobieren, sich kreativ und körperlich zu betätigen – ohne im Vorfeld zu wissen, aus welchem Grund oder zu welchem Zweck. Ziel ist es, sie zum Spielen zu bringen.
Neben eigenen erfundenen Spielregeln erhalten die Teilnehmenden über einen QR-Code zusätzliche Impulse und verschiedene Spielvarianten. Für ältere Menschen oder Personen mit Bewegungseinschränkungen, die sich auf den Treppenstufen unsicher fühlen, wird eine spezielle Spielart an den Seitenwänden der Treppe installiert.
Fotos: Stadt Monheim am Rhein













Kunstwerkstatt: Künstlerinnengespräch mit Valeria Fahrenkrog und Nora Wilhelm der Mitkunstzentrale im Pop-Up-Store „Mittendrin“
Zwischen März und Mai ist das Kollektiv „Mitkunstzentrale“, bestehend aus Erik Göngrich, Valeria Fahrenkrog und Nora Wilhelm, in der Kunstwerkstatt Turmstraße zu Gast. Im Mittelpunkt des Projekts steht die gemeinsame Entwicklung, der Bau und die Erprobung einer mobilen Filiale der Kunstwerkstatt Turmstraße.
Die „Mitkunstzentrale“ arbeitet seit mehreren Jahren zu Fragen von Materialkreisläufen, Wiederverwendung und gemeinschaftlicher künstlerischer Praxis. Diese Arbeitsweise bildet die Grundlage des Projekts in Monheim am Rhein: Ausgangspunkt sind Sperrmüll, ausrangierte Möbel und Objektspenden aus der Stadt. Aus diesen Materialien entsteht gemeinsam mit Monheimerinnen und Monheimern aller Altersgruppen eine mobile Kunstwerkstatt, die sichtbar die Spuren ihrer Nutzerinnen und Nutzer trägt.
Für das Projekt werden Möbel gesucht, die eine Geschichte erzählen. Woher kommen sie? Wo standen sie? Wer hat sie genutzt und wie lange waren sie Teil eines bestimmten Ortes? Diese persönlichen Geschichten sollen Teil der mobilen Filiale werden und die Materialien um ihre Erinnerungen und Hintergründe erweitern.
Während ihres Aufenthalts arbeitet die Mitkunstzentrale seit dem 24. März in der Pop-Up-Fläche „Mittendrin“ in der Heinestraße 3. Dort entstehen die einzelnen Elemente der mobilen Filiale, und hier finden auch Workshops, Gespräche und gemeinsame Bauaktionen statt. Das Ladenlokal ist mittwochs von 10 bis 13 Uhr und donnerstags von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Auch darüber hinaus wird das Kollektiv regelmäßig vor Ort arbeiten und lädt Interessierte ein, vorbeizukommen, Fragen zu stellen und sich am Prozess zu beteiligen.
Die mobile Filiale kann aus rollbarem Mobiliar, Aktionswagen oder modularen Ausstellungselementen bestehen. Sie wird gemeinschaftlich entworfen, gebaut, im Stadtraum getestet und kontinuierlich weiterentwickelt. Öffentliche Testphasen und Gespräche begleiten den Prozess und hinterfragen fortlaufend Nutzung und Wirkung.
„Indem vorhandene Materialien wiederverwendet und lokale Perspektiven einbezogen werden, entsteht eine Form von Kulturarbeit, die ressourcenschonend, inklusiv und dialogorientiert ist“, so Yvonne Klasen.
Nach Abschluss des Aufenthalts bleibt die mobile Filiale als dauerhaft nutzbares Werkzeug für die weitere Arbeit der Kunstwerkstatt Turmstraße bestehen.
Wer mehr über die „Mitkunstzentrale“ und deren Werk erfahren möchte, Fragen hat oder ins Gespräch kommen will, ist außerdem herzlich eingeladen, am Donnerstag, 16. April, von 17:30 bis 19 Uhr das Ladenlokal in der Heinestraße zu besuchen. Valeria Fahrenkrog und Nora Wilhelm sprechen über das Projekt in Monheim und über ihre weiteren künstlerischen Arbeiten.
Weitere Infos unter http://www.kunstschule.monheim.de und auf dem Instagram-Kanal der Kunstschule kunstschule_monheim
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