Unter dem Titel „HERZTÖNE“ erarbeitet Markus Wengrzik lebensgroße Portraits von Menschen, die normalerweise nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen.

Im vorbereitenden Gespräch und während der Erstellung der Fotografien, die als Basis für die grafische Ausarbeitung dienen, werden die portraitierten Personen aufgefordert, eine Aussage zu der Frage „Welche Werte sind dir wertvoller als Gold?“ zu formulieren. Diese Aussage wird als Audio-Datei aufgenommen.

Das im Rahmen der HANSEartWORKS in Riga begonnene Projekt, das 2021 im Riga Art Space präsentiert wurde, soll nun weiterentwickelt und im öffentlichen Raum in Lünen und interessierten Städten im Ruhrgebiert und NRW präsentiert werden.

Die Portraits werden als Grafiken auf Papier als sog. „Paste-Ups“ temporär und reversibel vorzugsweise auf Sichtbeton-Oberflächen an ausgesuchten Punkten im öffentlichen Raum angebracht.
Über einen in einer Sprechblase eingesetzten QR-Code können interessierte Betrachter*innen zu einer Sounddatei gelangen, in der die Originalstimme der portraitierten Person zur oben genannten Frage „Welche Werte sind dir wertvoller als Gold?“ zu hören ist.

Gold steht hier repräsentativ für materielle Konsumgüter, deren Überproduktion eine der relevanten Ursachen für das globale ökologische Ungleichgewicht darstellt.
Über die Aussagen der portraitierten Menschen werden im öffentlichen Raum mögliche Alternativen zum Konsum und Überlegungen zu Werten jenseits materiellen Reichtums angesprochen. Ziel ist es, Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen, unterschiedlichen Altersklassen, sowie unterschiedlichem kulturellen, ethnischen oder sozialen Hintergrund im Rahmen eines künstlerischen Projektes eine Stimme im öffentlichen Raum zu verschaffen.

Foto: Markus Wengrzik (Fotomontage)

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Lünen Installation

Zwischenwelten beleben verborgene Orte

Stadtbesetzung 2019, Lünen, close 'n wide, Simone Prothmann, Siegfried Krüger, Markus Wengrzik

Simone Prothmann, Siegfried Krüger und Markus Wengrzik schaffen aus Licht, Klang und Projektionen eine Zwischenwelt, mit der sie verborgene Orte in Lünen beleben.

 Bei dem Projekt „close ’n wide“ geht es um das Suchen und Aufsuchen von Orten im Verborgenen. Abseitige und zum Teil befristete Existenzen, die ihre Funktion im Verlauf der Zeit eingebüßt haben und die Spuren ihrer aktiven Nutzung noch heute zeigen.

Simone Prothmann, Siegfried Krüger und Markus Wengrzik beleben diese Orte durch Licht, Klang und Projektionen. Sie lassen aus Klang- und Bildebenen verschiedene Zeiten aufscheinen und erzeugen so eine Zwischenwelt, eine Mischrealität, die in diesen abseitigen urbanen Gegebenheiten temporär in Erscheinung tritt und wirksam wird.

Sie nehmen Spuren auf. Es sind die Spuren der Zeit, der atmosphärischen Dichte und ihre Anwesenheit wird zu einer zunehmend Einfluss nehmenden Zeugenschaft. Ihre dialogische Interaktion mit den vorgefundenen Verhältnissen aus Licht, Stillstand und Verfall schafft Situationen von Poesie, in der sich Nostalgie und Sehnsucht die Waage halten und die als Zwischenwelt außerhalb zeitlicher Bezüge zu stehen scheint.

Die Räume und ihre Transformation durch Wechselwirkung mit künstlerischer Einflussnahme finden sich in Videos, Fotos und Klangaufzeichnungen, die die Magie des Rätselhaften schließlich an einem anderen Ort der Öffentlichkeit erlebbar macht.

Foto: Markus Wengrzik

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Lünen Musik Performance

Künstler experimentieren gemeinsam in Lünen

Die Halle eines ehemaligen Stahlhandels wird zum Künstler-Treffpunkt: Gemeinsam experimentieren sie und laden Besucher ein, die künstlerische Forschungsarbeit zu entdecken.

Die Künstler Markus Wengrzik, Simone Prothmann und Siegfried Krüger besetzen von Samstag, 9. September,  bis Sonntag, 10. September, für 24 Stunden die Halle eines ehemaligen Stahlhandels in Lünen. Als temporäre Künstler-WG schaffen sie eine Laborsituation, in die sie auch andere Künstler zu gemeinsamem experimentellem Forschen einladen. Dabei sind die Gastkünstler Bernd Stähler (Rockaway Beat, Dortmund), Jeroen Huisman (Arnhem, NL), Holger Wille (Lünen) und Daniel Stendera (Lünen). Klangbilder und Rauminszenierungen als Resultate oder Schritte im Prozess erwachsen aus dieser besonderen Kunst- und Raumkonstellation.

Am Sonntag, 10. September, wird die besetzte Zone zum öffentlichen Raum – Besucher werden zu Augen- und Ohrenzeugen der künstlerischen Forschungsarbeit.

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