Arnsberg Installation Performance

Die dort lebenden Menschen

Kloster Wedinghausen, Stadtbesetzung Arnsberg, Fotonachweis: Boris Golz, Arnsberg

Vier Künstlerinnen sind neugierig auf die ländliche Gegend, die genau zwischen ihren Ausbildungsorten liegt und sie so sehr an ihre Heimatstädte erinnert, die sie als junge Erwachsene verlassen haben.

Sie wollen Bekanntes genauer betrachten. Deswegen wenden sich die vier Künstlerinnen an die dort lebenden Menschen – zumeist Jugendliche, Kinder und Alte – mit der Frage: was verbindet sie an diesem Ort? Das junge Künstlerinnenkollektiv setzt sich so mit den in Arnsberg lebenden Menschen auseinander und erforscht die Abwesenheit ihrer eigenen Generation. In der Ausstellung thematisieren sie Gegensätzlichkeiten des Ortes. Die Räume des Klosters Wedinghausen werden während des Kunstsommers mit Bild- und Soundmaterial, welches in Interaktion mit Arnsberg entstanden ist, bespielt. Die Eröffnung der Ausstellung findet am 18. August 2019 um 15 Uhr statt.

Das Kollektiv
Das junge Künstlerinnenkollektiv FOAM arbeitet zusammen seit 2018: Sie organisieren diverse Ausstellung wie „Koordinaten“ in der Eissporthalle in Münster, sie machen einen Synthesizer zur Museumsnacht in Köln in einer BlackBox begehbar, sie ermöglichen die Reise per Teleporter zum Mond an der Kunstakademie Münster und wollen seither weitere Wege in abgelegene Welten und Kulturen eröffnen.

Dem Kollektiv gehören verschiedene Menschen an, die gemeinsam an der Umsetzung von Kunstprojekten in der Vereinigung verschiedener Medien arbeiten. Vier Frauen können als Kollektiv von den unterschiedlichen Einflüssen ihrer Spezialgebiete profitieren und lernen voneinander: Lioba Schmidts Arbeitsweise entwickelte sich von Malerei hin zu bewegten Bildern, in denen Körperdarstellungen verhandelt werden. Es verschränken sich Video und Performance auch im Werk von Alina Inserra, die ausgehend von der Spezifik von Räumen Soundarbeiten entwickelt. Ebenso arbeitet die Künstlerin Catherine Woywod auf Sound fokussiert und installativ. Darüber hinaus beschäftigt sich Anna-Lea Weiand in ihrer künstlerischern Arbeit mit Medien, die andere Sinne stimulieren als die visuelle Wahrnehmung.

Ausgebildet an der Kunstakademie Münster und der Kunsthochschule Kassel etablierten sie das selbstorganisierte, nicht ortsbasierte Sound-Kolloquium Wolke. Gemeinsam haben sie bereits Ausstellungen mit vorwiegend interaktiven, multi-medialen Arbeiten realisiert.

Foto: Boris Golz, Arnsberg

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Arnsberg Video

Lichtspiele Arnsberg zeigen Filme junger Künstler

Leerstehende Schaufenster werden zur Kinoleinwand: Arnsberg zeigt Filme junger Künstler an drei unerwarteten Orten und trägt so zum Dialog und zur kulturellen Bildung bei.

Die „Lichtspiele Arnsberg“ sind eine neue Serie von Projekten und Screenings in der Arnsberger Altstadt. Junge Künstler und Filmemacher werden eingeladen, ihre Werke auf der Straße jenseits von exklusiven Kino- oder Kunsträumen zu zeigen, genauer: drei leerstehende Ladenlokale wandeln sich zu Projektionsräume, die sich durch einen kleinen Spaziergang in der Altstadt verbinden lassen. Ziel ist, ein breiteres Publikum zu erreichen und neue kulturelle Impulse für die Gemeinschaft zu setzen.

Angestrebt wird vor allem die Sensibilisierung von Jugendlichen für die künstlerische Filmpraxis jenseits von Youtube und Mainstream-Medien. Die Kunstvermittlung findet durch junge Menschen vor Ort statt, um gezielt die Jugend mit einzubeziehen. Ein Wissenstransfer innerhalb der peer group gehört mit zum Vermittlungs-Konzept. Eine junge Vermittlungsmethode, um gemeinsam das kreative Potenzial des Mediums auch vor Ort in Arnsberg zum Entfalten zu bringen.

Somit versteht sich das Lichtspiele-Projekt als eine experimentelle und lebendige Plattform, die zum anregenden Dialog und zur kulturellen Bildung beitragen möchte. Die Filmreihe möchte nicht nur Kunstwerke im Leerstand zeigen. Der Leerstand selbst wird ausgestellt und wieder ins Zentrum der öffentlichen Diskussion geführt. Gleichzeitig sollen die leeren Räumen zu neuem Leben erweckt und die Tatsache vorgeführt werden, dass künstlerische Auseinandersetzungen alltägliche Gegebenheiten offenlegen und verändern können.

Die Lichtspiele werden sich mit filmischen Werken der drei Künstlerinnen und Künstler Anina Brisolla, Esper Postma und Anna Steinert auseinandersetzen, die zu unterschiedlichen Themen gearbeitet haben, aber immer den Menschen und seine Geschichte in den Mittelpunkt stellen. Damit sind die Lichtspiele mit einer Gruppenausstellung zu vergleichen, die man mit einem Spaziergang durch die Altstadt besuchen und erleben kann.

Fotos: Eberle & Eisfeld, Esper Postma, Anna Steinert, Kulturbüro Arnsberg

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