Gütersloh Theater

„Kunst am roten Teppich“ in Gütersloh

Ein Theatererlebnis unter freiem Himmel

Die Landvermesserin Anna Melperts erscheint mit ihrem Fahrrad samt Anhänger für ihre Arbeitsgeräte auf dem zugewiesenen Gelände. Ihr Auto hat sie schon lange abgeschafft. Sie kommt auch so von A nach B.  Wie so oft hat sie einen behördlichen Auftrag, den sie korrekt ausführen wird. Auf ihre Daten, ihre aufgestellten Feldtafeln kann man sich verlassen. Wer von Ihren Auftraggebern weiß schon, dass sie die Welt nicht nur mit Nivelliergerät, Messlatte und Feldbuch akribisch vermisst, sondern auch mit ihren eigenen Sinnen, ihrem eigenwilligen Kopf.

Anna Melperts sammelt nicht nur Daten, sie sammelt auch Pflanzen, Schneckenhäuser und Lyrik. Sie erzählt von Harpedonapten, von Triangulationsaugen, stellt die Kartografie auf den Kopf. Bald wird sie aufhören die Welt zu vermessen und anfangen sie immer stärker zu vermissen. Irgendwie …

Foto: © Maria Arndt

DisCover

Beim alltäglichen Durchqueren des urbanen Raums verflüchtigt sich häufig Gesehenes. Die Aufmerksamkeit wird auf sonstiges Geschehen fokussiert; Bekanntes wird ausgeblendet. Objekte, wie zum Beispiel Skulpturen, Brunnen oder Stadtraummöbel, die am Wegesrand ihr wenig beachtetes Dasein fristen, sollten wieder ins Bewusstsein der Passant*innen gebracht werden. Diese Objekte möchte Gravin Dickhof mit Hilfe von Bauklötzen zurück in das Blickfeld der Betrachter*innen rücken und zwar auf zweierlei Arten: Zum einen durch Eliminierung und zum anderen durch Duplikation.

Verschwindet eine Skulptur durch Umbauung oder wird sie verdoppelt durch Nachbau, so wird die Neugier des Menschen wieder geweckt. Zuschauer*innen können einen Veränderungsprozess, das temporäre Resultat und/oder die Entfernung der Bauklötze, also den Akt selber, verfolgen. Die Betrachter*innen fangen nun an, genauer hinzusehen und schärfen somit die Aufmerksamkeit. Längst Vergessenes kann auf diese Weise wieder in den Alltag zurückgeholt werden.

Für die Aktionen werden bis zu 15.000 Bauklötze verwendet und die Möglichkeit geschaffen, partizipatorisch zu arbeiten. Je nach Skulptur können auch Zuschauer selber beim Bau mit Hand anlegen (Je nach Corona-Lage).

Foto: © Garvin Dickhof

Termine