Die Performancekünstlerin Inga Krüger nutzt Orte als Inspirationsquellen und Requisiten als Ankerpunkte für ihre Wortkunst, mit der sie Zuhörende durch Zeit und Raum reisen lässt, um gemeinsam gefestigter in der Realität anzukommen.
In der Performance „Permanent offene Hose“ widmet sich Inga Krüger dem kürzesten Fluss Deutschlands. Wie der Fluss, so mäandert auch die Erzählweise der Künstlerin und erzeugt damit eine besondere Verbindung zu dem Publikum. Dieses kann sich nicht nur in ihrem Wortfluss treiben lassen, sondern wird aktiv auf der Gedankenreise mitgenommen, indem bewusste Ungereimtheiten und Wortspielereien eine regelrechte Antizipation vor der nächsten Wendung der Performance hervorrufen.
Sie spricht verstärkt, aber vor allem verstärkt sie, was an einem Ort spricht. Dafür positioniert sie sich vor der Stadtbibliothek, unmittelbar an der plätschernden Pader, mit Blick auf die Kaiserpfalz und den Dom. Ausgestattet mit einem Mikrofon nimmt Inga Krüger den Ort auf eine einmalige wortgewandte Weise ein und hinterfragt dabei das Verhältnis Mensch-Fluss. Voller Empathie mit dem kurzen Fluss, geht sie auf seine Geschichte, Verortung und Nutzung mit einer guten Mischung aus Wissen und vorteilhaftem Nicht-Wissen ein.
Inga Krüger betrachtet Sprache als Vehikel des Denkens und Begreifens der uns umgebenden Welt und interpretiert den performativen Sprechakt als Form der Stadtbesetzung. »Permanent offene Hose« ist eine performative Intervention an der Pader, die zu einem kurzweiligen und erfrischenden Blick auf das fließende Gewässer anregt.
Foto: Victoria Jung
















Off the Trampelpfade lädt dazu ein, die Paderborner Innenstadt neu zu entdecken. Abseits der bekannten Einkaufswege werden wenig beachtete Straßen, Plätze und Zwischenräume durch künstlerische und spielerische Interventionen temporär belebt.
Der öffentliche Raum wird dabei als offener „SpielRaum“ verstanden – als ein Ort, den Bürger*innen aktiv mitgestalten können. Durch grafische Interventionen, temporäre Markierungen und spielerische Impulse entstehen neue Blickachsen, Bewegungsanreize und Begegnungsmöglichkeiten.
Das Projekt, bei dem es sich um eine Initiative des Citymanagement Paderborns handelt, wird gemeinsam mit dem künstlerischen Kollektiv SpielRaum umgesetzt, bestehend aus Simon Kurze und Gesa Janßen. SpielRaum arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Stadtentwicklung, Spiel- und Lerndesign sowie Beteiligung. Das Kollektiv untersucht, wie alltägliche Wege, Freiflächen und urbane Zwischenräume durch einfache gestalterische Eingriffe zu Orten des Spiels, der Bewegung und gemeinsamer Erfahrung werden können.
Zum Auftakt findet ein Workshop mit bis zu 20 Teilnehmenden statt. Angesprochen werden insbesondere Kinder und Jugendliche, ergänzt durch Senior*innen und weitere lokale Gruppen. Gemeinsam werden Ideen für Spiel-, Bewegungs- und Interaktionsmöglichkeiten im Stadtraum entwickelt. Dabei fließen die Perspektiven der Teilnehmenden auf die Innenstadt ein: Welche Orte werden gerne genutzt? Welche wirken langweilig, unsicher oder unsichtbar? Wo könnte man verweilen, spielen, sich begegnen oder Neues entdecken?
Die daraus entstehenden Interventionen laden zum Balancieren, Folgen, Springen, Drehen, Suchen oder Interagieren ein. Sie sollen vorhandene Qualitäten im Stadtraum sichtbar machen und neue Nutzungsmöglichkeiten anbieten. Passant*innen können die Elemente direkt ausprobieren, beobachten oder eigene Ideen einbringen – so entwickelt sich das Projekt im Austausch mit den Menschen vor Ort weiter.
Den Abschluss bildet ein öffentlicher Mini-Rundgang beziehungsweise Launch, bei dem die entstandenen Orte gemeinsam entdeckt werden. Teilnehmende, lokale Akteur*innen, interessierte Bürger*innen sowie Vertreter*innen aus Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit erhalten dabei die Möglichkeit, die Interventionen kennenzulernen und auszuprobieren.
Begleitend entsteht eine „Map & Stadtprotokoll“-Dokumentation, die Orte, Prozesse und Erfahrungen des Projekts festhält. Sie dient sowohl als Erinnerung an das temporäre Projekt als auch als Grundlage für weitere Überlegungen zur Aktivierung innerstädtischer Räume.
Foto: SpielRaum Kollektiv
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