Pfelder: The Isle, Oslo 2014

Im Hafen von Oslo, einer der weltweit teuersten Städte, installiert Pfelder eine schwimmende Unterkunft. Gäste konnten darin jeweils für eine Nacht kostenlos übernachten.

Mitten im Bispevika-Hafen, einem zentralen Hafenbecken des Osloer Hafens, wurde eine einfache kleine Holzhütte auf einem schwimmenden Floß installiert und verankert. Hütte und Floß sind komplett aus gefundenem und recyceltem Material gebaut. Das Häuschen mit einer Grundfläche von 2 x 3 Metern ist eingerichtet mit einem Doppelstockbett, Tisch, Stühlen, Campinglampe, Wassertank, Liegestühlen und Toilette für zwei Personen.

The Isle konnte von Gästen jeweils für eine Nacht kostenfrei gebucht werden und die Gäste konnten 24 Stunden auf dieser besonderen Insel verbringen. Ein Ruderboot stand zur Verfügung. Die 31 Nächte der Projektdauer waren sofort ausgebucht.

The Isle wurde in Bjørvika installiert, dem größten, sich am schnellsten verändernden und teuersten Stadtentwicklungsgebiet Oslos. Das kleine einfache Häuschen mit seinem besonderen Charme stand im allergrößten Kontrast zu den Gebäuden seiner direkten Umgebung, der National-Oper, den Bar-Code genannten allerneuesten Bürohochhäusern am Hafenrand und den neu erstellten Luxusappartements von Bispevika.

In diesem durchgeplanten, normalerweise unbezahlbaren Stadterweiterungsgebiet schafft The Isle einen unabhängigen Ort für die Kunst und bietet freie Unterkunft für Jedermann. Die Frage nach der künstlerischen Strategie, mit der öffentliche Räume und Öffentlichkeit als Gegenbewegung zu der sich aktuell verschärfenden Privatisierung und Ökonomisierung wieder erschlossen und besetzt werden können – und sei es auch nur temporär – ist eine zentrale Frage dieser Intervention. The Isle – wie auch das Werk Pfelders insgesamt – begreift öffentlichen Raum als „gelebten Raum“, als Raum, der mit bestimmten Lebensweisen verbunden ist. Dessen Muster und Strukturen aufzuzeigen und mit neuen und irritierenden  Handlungs- und Erfahrungsweisen zu unterlaufen, macht letztlich den  Erkenntnisgewinn dieser Arbeiten aus.

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