Meschede

Expedition bricht zu verlassener Klinik auf

Versehrt, Stadtbesetzung Arnsberg, Plakat Simone Bannach

Eine verlassene Klinik wird künstlerisch wiederbelebt. Angemeldete Teilnehmer können mit einem Bus zur Expedition aufbrechen und das einmalige Projekt „Versehrt“ hautnah miterleben.

Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine Expeditionsreise an einen besonderen, einen versehrten Ort: Die Reise geht zu der von 1902 bis 1904 vom Berliner Architekten und führenden Spezialisten für Krankenhausbauten, Heino Schmieden, erbauten Auguste-Viktoria Knappschaftsheilstätte, die für den damaligen Eigentümer, den Knappschaftsverein zu Bochum (heute Bundesknappschaft) errichtet wurde. Die besondere Anerkennung erfolgte jedoch durch die Namensgebung und Patronatschaft der Kaiserin Auguste-Viktoria, der Ehefrau Wilhelms des II. Nach Aufgabe der Heilstätte wurde das Gebäude von einer auf die Behandlung von Krebspatienten spezialisierten Klinik (Veramed-Klinik) übernommen, die vor etwa neun Jahren den Betrieb einstellte. Seither steht die Klinik leer. Das Gebäude befindet sich mitten im Wald, oberhalb vom Mescheder Ortsteil Beringhausen, und wirkt von weitem idyllisch, wie aus einem Heimatfilm entsprungen. Im Innern und Äußeren zeigen sich rund neun Jahre nach Schließung optische Verfallserscheinungen, die durch mutwilligen Vandalismus verstärkt werden. Ein spannender Kontrast – wie gemacht für eine Expedition im Rahmen der „Stadtbesetzung“. Aktuell steht das Gebäudeensemble kurz vor der Aufnahme in die Liste für Baudenkmäler in NRW.

Beim Projekt „Versehrt“ soll ein kleiner Teil des Gebäudes am 31. August und 1. September künstlerisch wiederbelebt werden. Die Ausstellung „Versehrt“ ist nicht frei zugänglich, sondern nur nach Voranmeldung mit der Reisegruppe im Bus zu erreichen. Reservierungen sind bei der Tourist-Info „Rund um den Hennesee“ unter Tel. 02904/712-810 voraussichtlich ab 5. Juli 2019 möglich.

Mit dabei beim Experiment: Ruppe Koselleck, der vor Ort „Opteopathische Operationen“ durchführen wird. Die „Opteopathischen Operationen“ untersuchen experimentell, ob Medikamente via Wahrnehmung über die Netzhaut wirken können. Ein Labor soll im Rahmen der „Stadtbesetzung“ dazu am ehemaligen Klinikgebäude errichtet werden. Die Besucherinnen und Besucher dienen als Probanden.

Mit dabei sind auch Künstlerinnen und Künstler aus den aufruhr-Städten („aufruhr – Das andere Ruhrgebiet“) Meschede, Arnsberg, Bestwig und Brilon: Simone Bannach, Norbert Baumeister, Siegfried Deventer, Uta Guhlow, Susanne Klinke, Christian Klute, Matthias Krispien, Ralf Litera, Renate Meinardus, Angela Ortkemper-Wagner, Klaus Rahmann, Hildegard Scheffer, Ralf Ströcker, Lisa Schwermer-Funke und Heike Wiegand-Baumeister. Außerdem werden Arbeiten von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums der Stadt Meschede gezeigt.

Foto: Simone Bannach, 2019

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