Marl Architektur Bildhauerei

Eine öffentliche Wand für Marl

Das Projekt „Res Publica“ reflektiert den Transformationsprozess der Architektur und der Kunst-am-Bau-Werke der Nachkriegsmoderne in Marl.

Marl steht exemplarisch für eine Stadt, die von einer Vielzahl öffentlicher Gebäude der Nachkriegsmoderne geprägt ist – Schulen, das Rathaus, das Hallenbad. Die meisten dieser in den 1950er bis 1970er Jahren gebauten Architekturen wurden durch Kunst-am-Bau-Werke ergänzt. Diese Werke sind teilweise derart mit der Architektur verbunden, dass sie heute dem Betrachter nicht als Kunstwerke auffallen. Da viele der Architekturen unterdessen sanierungsbedürftig sind, stellt sich die Frage, wie mit diesen Gebäuden umzugehen ist. Oftmals wird ein kompletter Abriss der Architektur entschieden, was gleichsam für die fest verankerten Kunst-am-Bau-Werke das gleiche Schicksal bedeutet – zumal sie teilweise eben nicht als Kunstwerke wahrgenommen werden.

Für das Projekt „Res Publica“ sollen diese Kunst-am-Bau-Werke noch einmal öffentlich gemacht werden. Das heißt recherchiert und dokumentiert, in Form von einer Exkursion bzw. Führung erneut betrachtet werden etc.

Eine künstlerische Arbeit im öffentlichen Raum soll die Diskussion und die Aufmerksamkeit initiieren. An der Leerstelle, an der einst das Hallenbad von 1964 stand, soll eine temporäre Wand installiert werden. Die Markierung dieses Ortes ist zentral – hier zeigt sich die Fragestellung signifikant. Der Ort steht für den Transformationsprozess – das abgerissene Hallenbad von 1964, das leerstehende Schulgebäude nebenan von 1966 und das Rathaus von 1966, das vor seiner Sanierung steht. Drei Architekturen der 1960er Jahre.

Für die installierte öffentliche Wand soll zunächst eine Wandmalerei entwickelt werden, die sich in ihrer Gestaltung und Technik an die historischen Vorbilder anlehnt. Handwerklich wäre es erstrebenswert, wenn die Wand vergleichbar der historischen Architekturen aus Kalksteinen gemauert werden könnte, womit eine direkte Referenz zu der benachbarten ehemaligen Schule geschaffen wäre. Die Wandarbeit könnte als Sgraffito-Arbeit ausgeführt werden. Für die gemauerte Wand könnten weitere konzeptuelle Nutzungen über einen längeren Zeitraum geplant werden.

Das Projekt inklusive der recherchierten historischen Werke soll in einer Publikation resümiert und damit grundlegend die Diskussion dokumentiert werden. Zugleich soll damit auch der historische Moment photographisch festgehalten werden.

(Sebastian Freytag, August 2018)

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