Ratingen Performance

Ein Streifzug durch Ratingen

Evamaria Schaller durchstreift die Stadt Ratingen – und ermöglicht es den Teilnehmern, den eigenen Stadtraum mit neuen Augen zu sehen.

O-Ton der Künstlerin: „Es sind historische Faktizitäten, aktuelles Zeitgeschehen oder der Augenblick des Tuns, welche mich am Durchstreifen einer Stadt als performative Raumforscherin faszinieren. Das Gehen, die Bewegung, der eigene Körper als Referenzinstrument zu der uns umgebenden Umwelt. Wir erforschen gemeinsam Un- und Bekanntes in der eigenen Stadt. Werden zu performativen Akteuren in einem Alltags-Stück, das sich jeden Tag in immer unterschiedlichen Facetten abspielt.
Wie können wir uns aus unserem konformistischen Handeln herauslösen, um neue Qualitäten des Erlebens zu erfahren? Agieren wir im öffentlichen Raum ohne sich daran zu stoßen, was der/die Nachbar_in wohl denken wird. Bereichern wir uns mit einer Erfahrung, die wir an andere weiter geben können. Als Fremde darf ich eindringen in den Kosmos der Stadt Ratigen und die Innenstadt mit Ratingen-West durch ein Erlebnis des gemeinsamen Erkundens verbinden. Handlunganweisungen lassen uns tätig werden. Viele Fragen, die ich in dem ortsspezifischen performativen Durchstreifen an die Ratinger BewohnerInnen stelle, werden unbeantwortet bleiben. Oder vielleicht zu weiteren Aktionen anregen? Gehen. Verirren. Agieren.“

Fotos: Vergehung, Stadtwanderung Textilviertel Wien, 2015, Foto © Peter Hoiss / Beyond Borders, Köln, 2015, Kuratiert von Nadia Ismail & Julia Ritterskamp, Foto © Thomas Reul

 

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Ratingen Performance

Performance „Laocoon“ in Ratingen

Drei Künstler inszenieren den Weg vom Bahnhof Ratingen-Ost bis zum Museum – mit feinsinnigem Humor und einer überzeugenden performativen Praxis.

Das Museum Ratingen hat für den 14. Juli 2017 die Künstler René Haustein, Inga Krüger und Paul Schwer zu einem Performanceprojekt eingeladen. Sie erforschten den städtischen Raum Ratingens mit der Frage, wie sich die Kraft der  (Körper-) Kunst bewusst außerhalb musealer Schutzräume auch an kunstfernen, urbanen Orten zeigen kann. So markierten die Künstler den mäandernden Weg zwischen dem Bahnhof „Ratingen-Ost“, dem Stadttheater und dem Museum Ratingen.

Inspiriert vom Rhythmus der alle 20 Minuten einfahrenden S-Bahnen – rechts wie links – und der Menschenschlange, die das „Trojanische Pferd“ (S-Bahn) schnellst möglich verlässt, inszenierten die Künstler den Ort. Die Unterführung, die Anklänge an ein Amphitheater bietet, wurde mit antiken Bildern belebt. Ein sehr starkes Motiv ist für die Künstler die antike Skulpturengruppe des „Laocoon“ mit seinen Söhnen. Die die Gruppe gemäß der Mythologie bedrohenden Schlangen wurden in der künstlerischen Interpretation zu Feuerwehrschläuchen. Die Bewegungen der Schlangen aufnehmend streifte die Performance bald das Stadttheater, vor dem eine eigens aufgestellte Arbeit von Paul Schwer dem Betrachter im Sonnenlicht oder elektrisch betrieben entgegen leuchtete. Auch hier geht es um Bewegung der Körper, um Theater und Inszenierung des Ortes.

Wie bereits in anderen Performances verknüpfen die Künstler Tatsachen mit Erdachtem und beweisen ein faszinierendes Gespür für lokale Momente; feinsinniger Humor ist ihnen genauso eigen wie eine überzeugende performative Praxis – immer unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Dimension und der Wirkungsweise ihrer gebrauchten Requisiten. Gemeinsam erarbeiten sie eine spezifische performative Ausdrucksweise und ziehen den Betrachter in den Bann des Geschehens.

Fotos: Maik Grabosch

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